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Fleißige Damenhände

Jelängerjelieber bin ich hier

Elif Tatli in ihrem Frühstücksrestaurant auf der Keupstraße. Foto: Eva Rusch
Elif Tatli in ihrem Frühstücksrestaurant auf der Keupstraße. Foto: Eva Rusch

von Eva Rusch 

Foto: Eva Rusch 

 

Keupstraße Eine Frau, die ich bewundere: Elif Tatli, 47, geboren in der Nähe des kurdischen Halfeti, am Euphrat gelegen. Ihr Dorf wurde im „Südostanatolien-Projekt“ – dem Stauseeprogramm GAP – in den 1980er Jahren überflutet. Seit 1989 lebt die Geschäftsfrau in Deutschland. Sie kam per Heirat nach Köln und ließ sich 2005 scheiden. Schon während ihrer Ehe begann ihr Weg in die Selbstständigkeit. Ihr Vater, der ein Restaurant und einen türkischen Markt in Halfeti führte, war ihr ein Vorbild: „Ich will mich auch selbständig machen. Wenn ich wachse, werde ich selbständiger.“ 

 

Schon 2003 führte sie einen Imbiss auf der Frankfurter Straße, 2007 folgte eine Bäckerei, die 2009 durch einen Unfall abbrannte. Die Schulden und die Sorgen machten sie krank, wie sie selber sagt. Sie überwand die Krise und übernahm ein Ladenlokal auf der Keupstraße von einer guten Freundin. „Hanimeli“ (türkisch: Damenhand oder Geißblatt/Jelängerjelieber) steht seitdem für frisches mediterranes Frühstückbuffet auf der Keupstraße. Elif Tatli war die erste auf der Keupstraße, die einen Frühstücksbrunch anbot. „Bei mir ist jeden Tag alles frisch zubereitet. Ich stehe um 2 Uhr früh auf. Um 8 Uhr öffne ich mein Lokal. Ich kaufe meine Ware auf der Schanzenstraße bei einem Großhandel, auf dem Wochenmarkt oder auch im Supermarkt.“ 

Ihr Buffet bietet Oliven, Käse, Marmelade, selbstgebackene Teigwaren, Olivensalat, Kartoffelsalat, Krautsalat, Bauernsalat, kleine Nudeln, warme Speisen wie Blumenkohl mit Ei gebacken, Kartoffel/Möhren, Tomaten gebraten, Bohnen, Kichererbsen, dicke Bohnen, Aubergine, Paprik, Salina (gefüllte Weinblätter) und vieles mehr: Ein internationales Frühstücksbuffet mit mediterranem Touch, auch für Veganer oder Vegetarier geeignet. Alles sehr köstlich! „Mir ist es wichtig, dass meine Gäste sich hier wohl fühlen – so, wie in ihrer eigenen Küche.“ Es geht locker zu. Die Gäste aller Coleur nehmen sich vom Buffet so oft sie mögen. 

 

Ab 1. August macht sie vier Wochen zu. Dann sei, wie im Ramadan, nicht viel los auf der Keuptraße. In dieser Zeit möchte sie ihren Laden und die Terrasse renovieren und – was ihr ganz wichtig ist – einen Sprachkurs belegen. Mit der nahegelegen TAS Tages- und Abendschule an der Genovevastraße hat sie schon gesprochen. Sie kann sogar in ihrem Laden geschult werden. Ihre „Sehnsuchts-Heimat“ ist Halfeti, die Stadt am Meer, die heute eine Touristenstadt ist. „Deutschland ist mein Land, ich lebe seit 30 Jahren hier und ich möchte die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen.“ 

Ich wünsche ihr viel Glück und Erfolg: 

 

Hanimeli, Keupstraße 33, geöffnet täglich von 8 bis 15 Uhr, Sonntag 9 bis 15 Uhr

www.hanimeli.koeln 


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